Memento

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
Und laß mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;
– Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muß man leben.

(Mascha Kaleko)

 

Gedicht geteilt von Ricarda

Sterben wieder in die Gesellschaft holen

Der Freiburger Palliativmediziner Lars Wiegmann holt zum ersten Mal die von einem Kollegen aus Schleswig entwickelten „Letzte-Hilfe-Kurse“ nach Freiburg. Die Idee ist, dass Bürgerinnen und Bürger Kompetenzen rund um das Thema Tod und oftmals in der modernen Gesellschaft verloren gegangenes Wissen darum (wieder) erlangen.

Der vierteilige Kurs startet im Frühjahr, ein kostenfreier Infoabend dazu findet am Mittwoch, den 14. Februar um 19 Uhr im Bürgerhaus Seepark im Rahmen des Arzt Forums Freiburg statt.

Ein spannendes Format, finde ich!

 

Entdeckung geteilt von Emilia

Die Krone an meiner Wand

Gestern war ich im Theater Freiburg im Stück „Die Krone an meiner Wand“, einem Tanzprojekt von Frauen zwischen 17 und 74 mit und ohne Krebs. Es geht um die Krankheit, den Tod, Wünsche, Nähe, Halt und vor allem um das Leben! Mich hat es tief berührt, ganz besonders die unglaubliche Kraft, die diese Frauen ausgestrahlt haben…

Mehr Infos beim Theater Freiburg (es gibt für die kommenden Aufführungen leider keine Karten mehr, wenn man aber rechtzeitig vor Beginn da ist, kann man noch Glück an der Abendkasse haben).

Ich möchte es euch von Herzen empfehlen!

 

Entdeckung geteilt von Emilia

 

Nichts trennt uns

Ich kehre zurückDSC_0111

an die Orte,

wo wir uns begegnet sind,

und du bist wieder da.

 

Ich gehe die Wege,

die du gegangen bist,

du gehst wieder mit mir.

 

Ich freue mich an dem,

was dich weiterhin erfreut hätte,

ich sehe dich mit lächeln.

 

Ich gehe den Spuren nach,

die du hinterlassen hast,

und begegne dir immer wieder.

 

Nichts kann uns trennen,

wenn uns so viel verbindet.

 

(Klaus Huber)

 

Gedicht geteilt von Henner

Ein paar Gedanken…

„Wenn ich renne, dann hat die Trauer keinen Platz. Ich renne und renne durchs Leben und vergesse dabei fast zu atmen. Weiter und mehr. Funktionieren und erledigen. Wohin renne ich eigentlich? Wann bin ich angekommen? Dann, auf einmal ein kleiner Moment der Ruhe. Ich atme tief ein und aus. Plötzlich hat da wieder das Gedenken an dich Platz. Heftig und tief wird mir klar: du bist nicht mehr da. Und das tut weh. Meine Augen brennen, mein Herz zieht sich zusammen und meinen sonst so rennenden Beinen fehlt auf einmal die Kraft. Ich blicke in den Nachthimmel, nehme auf einmal all die wundervollen Sterne wahr. Sie sind einfach da und leuchten. Voller Schönheit, Ruhe und Weisheit. Ich sehe hinein in diesen Sternenhimmel und denke an dich. Schicke dir einen Gruß voller Wärme und Liebe. Atme und bin da. Da zuckt eine Sternschnuppe über den Himmel. Du grüßt zurück…“

Gedanken geteilt von Emilia

Wegbegleitung

Wir können die Ängste des anderen nicht tragen,

ihn nicht von seinem Schmerz befreien,

die Last der Vergangenheit nicht nehmen,

die Trauer aus dem Herzen nicht verbannen,

vor Einsamkeit nicht bewahren.

Doch wir können einander die Hand reichen,

damit Angst und Schmerz und Belastung uns nicht überwältigen und erdrücken.

Wir können uns mit der Aufmerksamkeit und Achtung begegnen,

dass nichts zu schwer ist,

als dass wir es nicht voreinander zeigen dürfen.

…so können wir – einer dem anderen – Wegbegleiter sein…

 

(Autor unbekannt)

 

 

Gedicht geteilt von Emilia