Frühling

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Die Knospen springen auf,

auch wenn ich unentschlossen bin.

Die Amseln singen,

auch wenn ich verstummt bin.

Dein Frühling setzt sich durch!

(Angelika Daiker)

 

Gedicht geteilt von Emilia

Sterben üben?!

…so heißt der Blog von Jasmin:

„Der Blog ist für mich die Übung für den Ernstfall. Leben ist ja schließlich irgendwie auch Sterben, nur blende ich das gerne aus. Das soll ab sofort anders werden, und diesen Prozess halte ich hier im Blog fest. Ihr könnt mir also zusehen, wie ich selbst das Sterben übe…“

Ihr seid neugierig geworden? Dann schaut doch mal rein! Ihr findet dort jede Menge unterschiedliche Geschichten aus ihrem Alltag als Sternenkinder-Fotografin und Begleiterin von Sterbenden.

 

Entdeckung geteilt von Emilia

 

Trauertattoo

Ich bin letztens über das Buch „Trauertattoo – Unsere Haut als Gefühlslandschaft“ von Katrin Hartig und Stefanie Oeft-Geffarth gestolpert und habe es mir bestellt und gelesen. Das Buch portraitiert Menschen in ihren individuellen Trauerprozessen, die sich nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen ein Tattoo haben stechen lassen, um ihrer Trauer einen Ausdruck zu geben. Die Tattoos sind fotografisch abgebildet und die jeweilige persönliche Geschichte dazu wird in Interviews erfragt und dargestellt. Darüber hinaus finden sich im Buch einige Interviews mit verschiedenen Experten zum Thema Trauer.

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Da ich selbst ein Tattoo trage, welches ich mir in meinem Prozess der Trauer habe stechen lassen, hat mich „die Haut als Gefühlslandschaft“ besonders angesprochen. In einigen Äußerungen der Portraitierten konnte ich mich wiederfinden, in manchen nicht. Aber so ist das mit der Trauer ja oft – sie ist individuell und wird von jedem anders gestaltet. Inspirierend und bereichernd war die Lektüre jedoch allemal; auch für Nicht-TattooträgerInnen zu empfehlen.

Zu dem Projekt, welches neben dem Buch auch eine Wanderausstellung umfasst, kommt ihr hier.

 

Entdeckung geteilt von Lea

Wenn der Schmerz fast unerträglich wirkt…

…dann ist das so schwer zu beschreiben. Stephi hat es dennoch versucht in Worte zu fassen.

Worte

Ich hasse Worte.
Worte können nicht beschreiben wie sich ein Tag ohne dich anfühlt.
Eine Stunde. Eine Minute. Eine Sekunde.
Ohne dich.
Der Gedanke an ein Leben ohne dich.

Leere.
Dunkelheit.
Ein Loch so tief, dass man einen Kieselstein, den man fallen lässt, unten nicht aufschlagen hört.
Niemals.

Folter.
Unendliche Sehnsucht.
Danach dich zu berühren. Deine Stimme zu hören.
Noch ein letztes Mal.

Die Welt ist explodiert.
In 1000 Stücke.
Wie mein Herz.
Du bist weg. Du bist tot. Einfach so.

Ich hasse Worte.
Worte können nicht beschreiben was es bedeutet, dass du nicht mehr hier bist.
Dass du nicht mehr hier sein darfst.
Wie es sich anfühlt.

Worte sind nicht genug.
Ich hasse es, dass du nicht mehr hier sein darfst.
Und ich hasse Worte.
Weil sie niemals werden beschreiben können wie sich ein Leben ohne dich anfühlt.

(Stephi)

Gedicht geteilt von Stephi

Trauer Leben Freiburg im Radio

Hier könnt ihr einen schönen Beitrag über unsere Initiative Trauer Leben Freiburg nachhören, welchen Radio Dreyeckland am Montag, den 18. Februar 2019 im Morgenradio gesendet hat.

Darin erzählen die Gründerinnen Ricarda und Emilia von der Idee der Initiative und den verschiedenen Angebote. Unser erster Radiobeitrag, wie aufregend… 😉

Viel Freude beim Anhören!

 

Geteilt von Ricarda und Emilia

 

Das Grab meiner Mutter besuchen…

»Ich hasse Friedhöfe. Muss ich trotzdem zum Grab meiner­ Mutter gehen? Oder reicht es, ihrer von zu Hause aus zu gedenken?« Julia S., Braunschweig

Über diese Frage bin ich heute gestolpert, als ich das Magazin der Süddeutschen Zeitung überflogen habe. Die Worte ließen mich innehalten, weil ich sie mir selbst schon endlos oft gestellt habe. Auch meine Mutter lebt nicht mehr. Sie wurde auf dem Friedhof in meiner Heimatstadt begraben. Ich habe bereits vor ihrem Tod nicht mehr dort gelebt, bin aber immer regelmäßig zu Besuch zurückgekehrt. Ich habe das gerne gemacht, weil ich mich auf ein paar gemeinsame Stunden gefreut habe. Heute steige ich lange nicht mehr so oft in den Zug in Richtung Heimat. Ein Besuch dort bedeutet auch immer ein Besuch auf dem Friedhof. Für lange Zeit nach ihrem Tod habe ich das als eine Pflicht betrachtet. Mit einem mulmigen Gefühl und nicht selten mit komplett leerem Kopf stand ich an ihrem Grab, ohne die starke Bindung zu spüren, die früher zwischen uns bestand. Meine Besuche wurden mit der Zeit weniger. Ich hatte nicht das Gefühl, dass auf dem Friedhof zu sein auch gleichzeitig bedeutet, bei ihr zu sein. Es gibt täglich so viele Momente, ganz unabhängig von dem Ort, an denen ich an meine Mutter denke. Es hat mich irritiert, dass ich das ausgerechnet auf dem Friedhof nicht spüre.

Erst vor kurzem habe ich wieder das Bedürfnis verspürt ihr Grab zu besuchen. Ich bin in den Zug gestiegen und wenige Stunden später stand ich auf dem Friedhof. Es fühlte sich anders an, als die vielen Male zuvor. Ich habe den Ort nicht aus Pflichtgefühl aufgesucht, sondern aus eigenem Wunsch. Und tatsächlich konnte ich ihr viel erzählen. Wann ich das nächste Mal wieder auf den Friedhof gehe, das weiß ich nicht. Der Tag kommt bestimmt, aber in meinem Tempo. Und bis dahin denke ich trotzdem jeden Tag an sie.

Möchtest du wissen, was die Autorin Johanna Adorján auf die Frage antwortete? Hier geht es zum Artikel.

 

Gedanken geteilt von Carola