Geschichten & Gesichter

Hier stellen Menschen aus den verschiedenen Gruppen von Trauer Leben Freiburg sich und ihre Geschichte vor. So kannst du uns vorab schonmal kennenlernen…


 

Ich heiße Selina und bin 1987 geboren. Mein Vater starb 2014 an Krebs. Im Oktober 2017 besuchte ich erstmals die Gesprächsgruppe von Trauer Leben Freiburg in Freiburg und stellte schnell fest, dass ich jederzeit mit meiner Trauer hier her kommen kann.

Ich habe diesen Schritt erst nach drei Jahren gewagt und bin heute sehr froh darüber, denn im Alltag und in der Gesellschaft war es eher schwierig das Thema aufzuarbeiten, da man ja „funktionieren“ muss oder das Thema Tod immer noch bei Selina_Porträtvielen Menschen Angst auslöst und es gerne mal beiseite geschoben wird.

Mir ist es sehr wichtig, dass offen mit dem Thema umgegangen wird und dass wir hoffentlich noch viele weitere Betroffene mit unserer Gruppe erreichen.
Vor allem, um ihnen zu zeigen, dass sie mit ihrer Trauer nicht alleine sind und es viele Anlaufstellen gibt.

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Ich bin Hanna. Im März 2017 starb mein Papa, nach kurzer, schwerer Zeit an einem Gehirntumor. Plötzlich veränderte sich alles. Schnell habe ich gemerkt, dass man sich auf so etwas überhaupt nicht vorbereiten kann. Für alle anderen geht das Leben weiter – nur für Dich nicht.bty

Vor eineinhalb Jahren habe ich mich Trauer Leben Freiburg angeschlossen und habe bemerkt, wie gut es tut sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und in einem geschützten Rahmen über seine Trauer und Erfahrungen zu sprechen. Mir ist durch die Treffen bewusst geworden, dass es nicht darum geht, die verstorbene Person loszulassen oder irgendwelche Trauerphasen im ersten Jahr zu durchleben. Sondern der Trauer einen Raum zu geben und dass die Trauer immer ein Teil meines Lebens bleiben wird.

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Hallo, ich heiße Anna und wohne seit 2012 in Freiburg. Aufmerksam auf Trauer Leben Anna_PorträtFreiburg wurde ich eher durch zufälliges Geraten auf deren Homepage. Diese hat mich sofort angesprochen und ich hatte das Gefühl, dass ich hier meiner Trauer einen Platz geben kann. 1990 habe ich meine jüngere Schwester verloren, damals war ich knapp 2 Jahre alt. Lange Zeit waren die Themen Tod und Trauer tief verschlossen in „einer Kiste“ in mir drin, jedoch wurde ich ab und an von Wellen der Traurigkeit überschüttet. Mit dem Fund des Angebotes war ich entschlossen „die Kiste“ herauszuholen und mit anderen Betroffenen zu sprechen. Seit Frühjahr 2019 besuche ich die Geschwistergruppe, die mir hilft mich nicht allein zu fühlen und mir so wertvolle Ideen gibt, wie ich meine Trauer gestalten kann. Hier darf ich traurig sein, weinen, lachen – ohne dafür schief angeschaut zu werden. Die Trauer und der Verlust werden immer ein Teil von mir sein, der nicht einfach verschwindet. Aber dank der Begegnungen bei den Jungen Trauernden finde ich mehr und mehr Wege damit umzugehen.

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Weitere Geschichten & Gesichter sind noch im entstehen…